hingegeben – ganz bei mir…

… ich habe seit vielen Jahren die Idee, dass Menschen, wenn sie verliebt sind, Gott besonders nahe kommen. Dass, wer sich endlich einmal fallen lässt, in den Armen des Geliebten Gottes Atem spürt.
Dass, in den Augen der Geliebten überzugehen, einen Fuß schon ins Paradies zu setzen heißt. Sich so ganz und gar hingeben zu können, Seufzer an Seufzer zu reihen – kein Gestern, kein Woher. Kein Morgen, kein Warum. Seltene, kostbare Momente, ewige Augenblicke – nicht zu halten, schwer zu erinnern. Kaum weiterzuleben ohne sie.

… wenn ich tanze, wenn die Musik mich berührt, und der Rhythmus mich ergreift, dann bin ich „ganz bei mir“. Sehr lebendig, ungeheuer stark und unbesiegbar spüre ich mich dann. Wenn ich tanze, sind sie mir alle wieder gegenwärtig, diese göttlichen Augenblicke des Verliebtseins.

… wenn ich mit einem Partner tanze, kann ich nur dann „ganz bei mir“ sein, wenn ich mich verliere. Wenn ich mich hingebe. Nicht nur der Musik und dem Augenblick, auch dem, der mich führt, den ich führe, mit dem ich über den Boden schwebe, in den Himmel hinein tanze, Trauer vertreibe, Sehnsucht teile.

… Sehnsucht bleibt auch dann, wenn die Liebe vergeht. Sie ist die Gewissheit in unserem Blut, dass wir vollendet sind und doch immer halb. Dass wir nur hingegeben ganz bei uns sind; uns nur finden, wenn wir uns auch verlieren können.

… Liebe ist furchteinflößend und wunderbar zugleich. Und manchmal ist Gott mir so nahe wie mein eigener Herzschlag. Und manchmal macht er mir Angst

– wie die Liebe, wenn sie noch ganz jung ist.

Pn. Dr. Sybille C. Fritsch-Oppermann
Beauftragte für Tourismus, Kultur und
Öffentlichkeitsarbeit in der Region Oberharz
KK Harzer Land/LK Hannover