Mitten ins Leben

Es ist schon wieder so weit. Der Advent beginnt und wir gehen auf Weihnachten zu. Wie werden wir es feiern? Mit Freunden, in der Familie, im Urlaub, allein… sind wir voller Vorfreude oder eher ängstlich, ob uns der Vorbereitungsstress über den Kopf wachsen wird, ob die Familie auch wirklich vollzählig versammelt sein wird – ob uns überhaupt jemand anrufen oder besuchen wird.
Es wäre schön, all dies Grübeln, alle Hektik, alle Ängste einmal für einen Moment ruhen zu lassen. Ablegen.
Durchatmen. Lauschen. Mitten ins Leben ist Gott schon einmal gekommen: in seinem Sohn Jesus. Geboren auf Heu und Stroh, in einem Stall in der Fremde. Und das feiern wir einmal im Jahr an Weihnachten. Und das gilt jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick unseres Lebens. Gott rückt uns auf den Leib. Ist immer nah. Stellt sich ein, wenn wir ihn einladen. Das ist wichtig. Alles andere ist schönes und hoffentlich niemals beschwerendes
Beiwerk. Mitten ins Leben dürfen und sollen wir uns stürzen. Mit weihnachtlicher Freude und Freigebigkeit und Neugier. Wo immer und wie immer wir auch Weihnachten verbringen, Gott sitzt neben uns und war so frei, die
Welt als Gast mitzubringen. Schöne Bescherung! So viel Gäste hatten wir ja nun auch nicht gewollt. Aber
Nachdenken und Gespräche, seien wir mal ehrlich, sind so viel wichtiger als ein gelungenes Menü. Das Essen
wird dann schon reichen. Und dann können wir auch gleich noch ein paar mehr dazu einladen, die sonst allein
wären. Und vielleicht hören wir dann Geschichten, die wir sonst verpasst hätten. Von Unrecht und Unfrieden
und Raubbau. Aber bestimmt auch einige von Hoffnung und Weitermachen und das Richtige tun.
Das wird ungewohnt sein – aber vielleicht bringt uns Weihnachten 2019 dann selber mitten ins Leben. Und wir
müssen gar nicht bis Silvester warten mit den guten Vorsätzen. Und wir werden sie umsetzen, weil wir sie um
der Liebe Gottes willen gefasst haben und weil die Welt und Gottes Schöpfung uns braucht. Und weil wir wirklich
mitarbeiten wollen daran, dass Gottes Heil sie heilt.
Auf dem Fest der Oberharzer Kirchen im September haben Kinder und Erwachsene im Sonntagsgottesdienst
darüber nachgedacht, wer Jesus für sie ist. Die Kinder haben ein Bild dazu gemalt, das auf der Umschlagseite
dieses regionalen Gemeindebriefes abgebildet ist. Weihnachten erinnern wir uns daran und feiern es: Mit Jesus ist Gott mitten ins Leben gekommen.

Pn. Dr. Sybille C. Fritsch-Oppermann
Beauftragte für Tourismus,
Kultur und Öffentlichkeitsarbeit
in der Region Oberharz
KK Harzer Land/LK Hannovers